Notizen

Gar nicht geplant für heute und nun aus einer Laune heraus vom Kopf in die Tastatur geschleudert: Mein Sammelsurium der letzten Tage.

Das Projekt Postkartenkalender gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn es gibt eigentlich keine Druckereien, die so etwas in kleineren Auflagen anbieten würden. Und deshalb musste ich mich auf die Suche begeben und Angebote einholen. Etwas, das ich von Natur aus ungern tue. Und dabei spüre ich jetzt die Langzeitwirkung meiner ADHS-Therapie, die ja eigentlich nur aus ganz viel Wissen aneignen und Medikamenten besteht. Die Medikamente wirken ja, wie man weiß, nur wie eine Brille: Ist die Wirkung durch, ist alles wieder beim Alten. Brille auf, Brille ab. Langzeiteffekt ist aber nun tatsächlich, dass ich mich genau auf diese Wirkung verlassen kann und damit weiß, dass ich auch längere und nicht ganz so schnell zum Ziel führende Aufgaben durchziehen werde.
Gerade bei diesem Projekt merke ich, dass ich ganz anders rangehe als "normal". Nämlich erst mal die Basics abzuchecken bevor(!) ich mit der Umsetzung beginne. Früher war das genau andersherum und das ging genau so lange gut, wie ich Schwung aus der ersten Erfahrung ziehen konnte. Ich hätte also schon fünf Zeichnungen gehabt bevor ich mir Gedanken um das Format gemacht hätte 🙄. Wahrscheinlich kann man sich nicht vorstellen, wie gut das ist. Es ist quasi eine neue Welt und ein völlig anderer Umgang mit mir.
Nun ja, und ich habe mich für Eichhörnchen als Hauptdarsteller des Kalenders entschieden (😍) und auch hier: Im Gegensatz zu sonst habe ich mein shiny new Produktivitäts-Werkzeug Obsidian genutzt, nicht um darin zu prokrastinieren, sondern um mich mit der Anatomie der kleinen Racker zu befassen. Canvas ist eine fantastische Ergänzung für all die Textnotizen. Es ist schon toll, den ganzen Bildschirm voller Eichhörnchen zu haben, das muss ich sagen. Nun hoffe ich nur inständig, dass ich das auch wirklich durchziehen werde.

Obwohl ich jetzt sein einem Jahr die Medikamente für mein ADHS nehme - und seit drei Monaten wohl auch die passenden, habe ich immer noch Schwierigkeiten, das alles zu akzeptieren und mit den Erfahrungen der letzten 50 Jahre in Einklang zu bringen. Erst durch die Einnahme der Medikamente merke ich, was ADHS in meinem Leben eigentlich anstellt und wie ich damit umgehen kann. Vorher war es ja einfach "normal" für mich, soundso zu sein. Jetzt sehe ich andere Wege. So habe ich die Tochter letzte Woche zu Fuß von einem Termin abgeholt, weil mich so eine latente Bus-Allergie hat ganz mieslaunig werden lassen. Als ich dem Gefühl aber einfach mal nachgab und die Strecke, die ich auch im Sport zurücklege, durch die Straßen von Steglitz inkl. Park und Brücken plante, gab mir das so viele Neurotransmitter, so dass nicht nur die Busfahrt im Anschluß gar nicht mehr ins Gewicht fiel.
Was ich daraus aber eigentlich lerne ... alles braucht Zeit. Was sich jahrelang eingebrannt hat, ist nicht nach ein paar Wochen weg.

Besagte Tochter war dann mitten im Praktikum ein paar Tage krank. Das Praktikum an sich war sehr enttäuschend denn wieder wurden die gleichen Hürden gebaut wie eigentlich meist: An die PCs kann keine Braillezeile angestöpselt werden (warum eigentlich nicht?), den eigenen Laptop in Vollaustattung, der ziemlich unhandlich zu schleppen ist, können wir auch nicht ins Netz lassen, nein wir können nicht mal Mails mit Vorlagen aus unserem Netz schicken. Die allmächtige IT hat alles verboten. Das hinterlässt so viel Wut auf meiner Seite. Ich werde mich nicht daran gewöhnen, wenn Menschen "Dienst nach Vorschrift" machen wenn sie eigentlich nur keine Lust auf Eigeninitiative haben.

Themenwechsel: Das Weinfest am Rüdesheimer Platz hat aktuell keinen alkoholfreien Wein im Angebot, und so saß ich letztens auf dem Trockenen als wir spontan einen Spaziergang dorthin unternahmen. Bemerkenswert weiterhin, wie schnell der Platz sich Punkt 15 Uhr füllt und der Alkohol fließt. Ich habe das nicht bewusst getrackt (weil mich das dann immer sofort unter Druck setzt), aber heute mal nachgeschaut: Seit 310 Tagen habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Nicht wirklich bewusst, nicht weil ich es mir vorgenommen habe, sondern weil ich seit der Einnahme erwähnter Medikamente einfach gar keine Lust mehr drauf habe. Gestern haben wir einen alkoholfreien Wermut entdeckt, der sogar dem alkoholfreien Produkten sehr kritisch gegenüberstehendem Gatten gemundet hat.

Mein Radio RadioEins veranstaltet im Sommer Themen-Sonntage mit Songs aus unterschiedlichen Bereichen - letzten Sonntag zum Thema "Wasser". Seit Ewigkeiten habe ich mal wieder "Nightswimming" von R.E.M. gehört und weiß nun wieder, warum ich so ein Fan dieser Band war/bin. Eigentlich hatte ich noch ein paar Links zu Obsidian & Co. gesammelt, aber die verbaue ich ein anderes Mal und verabschiede mich mit dem Gefühl: "September's coming soon".

Kommentare

Kommentiert gern auf einem dieser Kanäle E-Mail, Telegram, Instagram

... oder mit einem Mastodon-Konto.

Antworten

Mit einem Konto im Fediverse oder bei Mastodon kannst du auf diesen Beitrag antworten.

Dazu einfach diese URL kopieren und in das Suchfeld der bevorzugten App oder in die Weboberfläche des Mastodon-Servers einfügen.

.