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Manuela Hoffmann

leben

Gedanken, Zeichnungen, Quotes und Fundstücke und alles andere ...

Sammelsurium 2

Auch in dieser Woche habe ich mich durch so einige Podcast-Folgen gehört. Allerdings bekamen diese Konkurrenz in Form von verschiedenen Blinkist-Buch-Zusammenfassungen. Viel gelernt, viel (mit)gedacht.

Wo wir gerade beim Thema Podcasts sind: Wäre es nicht schön, wenn man Lesezeichen in Folgen setzen könnte? So dass man auf verschiedene Stellen schnell zurückgreifen kann. Der Umweg über das Teilen der jeweiligen Folge zu einem bestimmten Zeitpunkt ist war möglich aber doch irgendwie unhandlich. Ich sehe mich nicht, diese noch mal aus meinem Archiv fischen.
Der Podcast-Player Castro, der das leider auch nicht kann, hat ein neues Feature bekommen: Top Picks. Während Castro bisher alle Folgen aller abonnierten Podcasts gleichberechtigt in die Queue gestellt hat, werden nun solche Folgen hervorgehoben, die wahrscheinlich - aufgrund der bisherigen Hörgewohnheiten - interessant sein könnten. Das ist sicher praktisch wenn man viele Podcasts abonniert hat.

Das werbe- und trackingfreie soziale Netzwerk Openbook ist in die Alpha-Phase gegangen und nun für Backer online zugänglich. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt. Gerade in dieser Woche habe ich bei Twitter wieder heftig den Kopf geschüttelt und melancholisch „alte Zeiten“ herbeigewünscht, in denen zumindest der Zugang zu Social Media unbeschwerter war. Golem hat sich Openbook angeschaut.

Fundstücke, die diese Woche hängen geblieben sind

Complaints have no magic.” via @cleowade

Screenshot Instagram

Herr #Janosch, wie verzeiht man?“ via @ZEITmagazin

Screenshot ZeitMagazin Instagram

A different version of you via naturalworldorder

Screenshot Instagram

Wort der Woche: Güte

Foto einer Bank auf die das Wort Güte gesprüht wurde

Heute auf dieser Bank erspäht und dabei bemerkt, dass es schon die ganze Woche in meinem Kopf saß, versponnen in einem dicken Gedankenknäuel, das sich aber noch nicht entheddern lässt.

Güte ist eine freundliche, wohlwollende und nachsichtige Einstellung gegenüber Anderen.

  • sagt u.a. Wikipedia

Leider scheint diese Einstellung ein bisschen aus der Mode gekommen zu sein.

Mein Foto dieser Woche

Der Thielpark in Dahlem im Morgenlicht.

Der Thielpark in Dahlem im Morgenlicht. Für diese wunderbaren Parks muss man Steglitz-Zehlendorf einfach lieben. Wenn man es ein bisschen plant, kann man kilometerweise nur durch Parks wandern.


Sammelsurium 1

Ich will mal versuchen, hier mehr oder weniger regelmäßig querbeet ein paar Dinge aufzuschreiben, die mir on- oder offline begegnet sind.
So richtig oldschool hier im Blog. Das nun ist Episode Eins.

Podcast-Folgen, die mir in dieser Woche gefallen und mich zum Weiterdenken angeregt haben:

Offenbar bin ich tief im Inneren Halbfinne. Nicht des Glücks sondern des seltsamen Verhaltens in Treppenhäusern wegen (Audio anhören). Worum es in dem Bericht aber eigentlich geht: Finnland liegt im “Weltglücksreport“ auf Platz Eins, Deutschland auf dem 17. Platz.

Relevant für blinde iOS-Nutzer (und deren Angehörige): Apple hat mit iOS 12.2 eine Funktion eingeführt, die Webseiten mitteilt, dass der Anwender den Screenreader VoiceOver verwendet. Was wichtig ist und zum Nachdenken und Handeln anregt: Diese Funktion ist nun als Standard-Einstellung aktiviert. Dem Seitenbetreiber wird damit also mitgeteilt, dass jemand mit einer Bedienungshilfe unterwegs ist. Wer auch der Meinung ist, dass diese Tatsache einen Seitenbetreiber nicht unbedingt etwas angeht, schaltet die Funktion besser ab. Mehr dazu in Nutzung von Screenreader oder Hilfstechnik erkennbar? und iOS 12.2: Warnung vor folgenschwerer neuer VoiceOver-Einstellung.

The Sweet Setup hat derzeit Ulysses, die Schreib-App für iOS und MacOS, in der Mangel. Es wird ein kostenpflichtiger Kurs angeboten, nebenbei aber auch verschiedene sehr umfangreiche Artikel zum Umgang mit der App wie z.B. The Eight Best Ulysses Superpowers, Combining Things and Ulysses to Manage and Automate Your Writing Tasks, Ulysses Custom Themes: How to Install, Edit, or Create Your Own und Quick Capture with Ulysses on iOS: Using the Share Sheet and Shortcuts to Save Ideas, Notes, and More.

Ich habe Raindrop.io als Bookmark-Manager wiederentdeckt und werde dem noch einmal eine Chance geben. Alles in Pocket zu speichern, wie ich es aktuell mache, ist wirklich keine Lösung.

Schon vor zwei Wochen habe ich Kurt von Sarah Kuttner ausgelesen. In einem Rutsch. Dank der Lesung im Pfefferberg in Berlin wusste ich, was mich erwartet - dachte ich. Es ist ein ganz wunderbares, warmes und unendlich liebevolles Buch, das man nicht aus der Hand legen und schon gar nicht auslesen möchte. Dicke Empfehlung.

Ich mag sie gar nicht und habe großen Respekt vor den kleinen Biestern. Jetzt, wo wieder langsam alles grünt und wimmelt, klärt kinderdok passenderweise über seine Erfahrungen zu Zecken und viel Panik auf. Dankeschön!

Der Thielpark in Dahlem

Und wo wir schon draußen sind: Die Sonne hat sich zumindest auf meinen Laufrunden gern versteckt. Hier ein Symbolbild aus dem Thielpark in Dahlem vom Montag.

Schönes Wochenende!


Keine Zeit

Ein Nachmittag im August. Ich schob gerade die Ebenen eines Werbebanners in Photoshop zurecht, als mich das Piepen der Waschmaschine endgültig so nervte, dass ich aufstand um die Wäsche aus dem Keller zu holen und in den Garten zu hängen. Auf dem Weg zurück ins Haus hörte ich meine Omi: „Schon wieder am arbeiten? Setz’ dich doch mal her.“ Sie, diese kleine gebeugte, verknöcherte Frau, die ihr Leben lang immer am arbeiten war, saß mal für ein paar Minuten still. Auf einer kleinen Bank im Schatten eines Apfelbaumes in ihrem spätsommerlich schwirrenden Garten, der ihr mittlerweile viel zu groß geworden war.

Ich weiß noch, dass ich wieder an meinen Rechner wollte, setzte mich aber ein paar Minuten zu ihr und erzählte ihr, was ich da am Stubentisch machte. Recht bald hatte sie im Garten etwas entdeckt, das ihr nicht mehr gefiel und stand wieder auf, um weiter zu puzzeln. Das war im Sommer 2001. Im September des gleichen Jahres ist sie dann gestorben - mit 87 Jahren.

Ich denke heute sehr oft an diesen Moment. Und dieses: „Keine Zeit“. Ich hatte wirklich alle Zeit der Welt damals. Ich war selbst noch nicht Mutter und war zufrieden und selbständig als Grafikerin und Webdesignerin unterwegs. Konnte also planen, wie ich wollte. Und ob das Banner nun heute oder morgen beim Kunden sein würde … du meine Güte, wie unwichtig mir das aus heutiger Sicht erscheint.

Was würde ich darum geben, mich noch einmal zu dieser starken Frau zu setzen, die im Krieg auf der Flucht drei Kinder verloren hatte, die dann bei Berlin Haus und Land erstand und allein bewirtschaftete und auch ihren letztgeborenen Sohn - meinen Vater - großteils allein erzogen hat. Ihr Mann verstarb früh und so lebte sie den Großteil ihres Lebens allein - mit uns in einem Haus und eigener Wohnung. Mit festen Ritualen: Früh raus, zunächst die Tiere versorgen, den Garten, und dann irgendwann auch mal sich selbst … Das Leben hatte sie hart gemacht. Sie war ein unruhiger Geist und immer in Bewegung. Stets gab es was zu tun: Bei den Tieren, im Garten, im Haus. Sie stellte ihre Familie, Hof und Habe an die erste Stelle. Dabei hat sie sich eigentlich nie selbst etwas gegönnt aber immer dafür gesorgt, dass wir alles hatten. Als Kind war ich nie allein, denn Omi war immer da - irgendwo im Garten. Was für ein wunderbares Gefühl der Sicherheit!

So sehr wünsche ich es mir heute, noch ganz oft mit ihr zu sitzen und zu reden. Dinge von ihr zu erfahren, von denen ich erst heute weiß, was sie bedeuten. Aber das geht nicht mehr. Und meine Chancen von damals, die hab’ ich verpasst, weil so vieles damals „wichtiger“ war. Einiges war bestimmt wichtig. Vieles jedoch auch sowas von unbedeutend. Heute versuche ich, solche Momente nicht einfach ziehen zu lassen. Denn es liegt an mir, wie und worauf ich meinen Fokus lege und was ich diesbezüglich aus der Zeit mache, die mir im Leben gegeben ist. Wir haben es zu einem großen Teil selbst in der Hand, vergessen oder verdrängen es aber nur zu leicht.

… Was einem morgens so durch den Kopf geht, wenn die Waschmaschine nebenan piepst … Zumindest das hat sich nicht geändert.