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Manuela Hoffmann

Zwei Monate Bullet Journal

Veröffentlicht am 03.05.2018 in #artikel #schreiben #notizbuch

Bullet Journal

Am 14. Januar 2018 startete ich das Experiment Bullet Journal. Ich wollte mehr von Hand schreiben um mir mehr zu merken, mich zu erden und meine Handschrift zu verbessern. Für das Zeichnen ist es einfach nötig, die Finger zu trainieren. Außerdem habe ich unendlich viele tolle Stifte und Notizbücher im Schrank, die auf Füllung warten und mich so ungenutzt eher traurig als glücklich machen.
Ich startete ganz strikt nach den Vorgaben auf der Bullet Journal Website und hatte sogar das Glück, im örtlichen Thalia ein original Leuchtturm1917 Bullet Journal zu finden. So viel zu den Büchern im Schrank …

Und nun acht Wochen später bin ich ziemlich begeistert, habe 200 der 240 Seiten bereits gefüllt und habe tagtäglich mehr Freude am System. Ich verwende keine fancy Übersichtsseiten, Washis oder Zeichnungen (Facebook, Instagram und Pinterest sind voll davon). Ich habe bisher auch keine großen Vorausplanungen und Langzeitlisten erstellt, denn das Buch wird schnell voll. Anfangs habe ich tatsächlich alles hintereinander weg geschrieben, wie es vorgegeben ist. Das klappt erstaunlich gut. Aufgaben, Ideen, Notizen, kleine Tagebucheinträge. Für Termine und die Erinnerungen an sie oder ganz wichtige Aufgaben verwende ich weiterhin Things und Fantastical.

Was mich von Anfang an wuschig machte, ist die Unordnung. Ich bin offensichtlich ein chaotischer Geist und so sieht das in dem Buch auch aus. Daher versuche ich mich immer wieder an neuen und übersichtlicheren Layouts für Woche und Tag. Versuche mit Lineal und Highlightern, verschiedenen Schriftstärken und Farben mehr Struktur zu schaffen. Auch einige Tracker verwende ich jetzt wöchentlich und täglich. So richtig zufrieden mit dem Visuellen bin ich nie. Dafür lege ich wahrscheinlich auch zu wenig Zeit hinein. Was mir einfällt, muss aufgeschrieben werden. Und das ist dann meist eher nicht hübsch.

Bestandteile, die ich bisher als sehr sinnvoll empfinde, sind eine Art Gratitude Journal, wo ich täglich bis zu drei Dinge aufschreibe, die einfach gut oder ok waren. Allein das Nachdenken darüber wertet den Tag auf und erdet. Außerdem Tracker für z.B. Zeichnungen und Scans. Sowas geht von Hand einfach schneller (bei mir). Die Wochenübersicht, wo ich Termine aufschreibe und tracke, was ich den Tag über zu mir genommen habe (dank Intoleranzen leider sinnvoll) ist sehr praktisch. Auch einen kleinen Mood Tracker habe ich da eingebaut. Wie sinnvoll das alles langfristig ist, wird sich zeigen.

Alles in allem ist es schön, festzustellen, wie ich unbewusst immer überlege, was ich noch wie verbessern könnte und trotzdem das gebacken bekomme, was ich möchte. Ich merke mir von Hand Aufgeschriebenes tatsächlich besser und habe es aus dem Kopf. Richtig wichtige Seiten fotografiere ich und schicke sie mir z.B. in mein Day One. Ein Problem ist es, das Buch in A5 dabei zu haben. Das iPhone hat man tatsächlich immer dabei, das Buch inkl. Stift ist da umständlicher.

Ich bin mit dem Leuchtturm1917 sehr zufrieden. Die normalen A5 Bücher tun es sicher auch, das Bullet Journal mit seinen drei Lesezeichenbändchen habe ich nicht wirklich gebraucht und Schwarz ist auch nicht meine Farbe. Fotos oder weitere Einblicke kann ich nicht liefern. Dazu ist das alles viel zu privat. Es gibt sie jedoch zu Hauf auf YouTube oder Instagram. Da ich nur noch 40 Seiten über habe, freue ich mich schon auf mein neues Bullet Journal, das dann ein Rhodia goalbook wird. Ich liebe Füllhalter und erhoffe mir von Clairefontaine das schönere Papier.

Ich kann das System empfehlen. Wer überlegt, ob es hilfreich sein könnte, sollte es wirklich ausprobieren. Und nicht von all dem „Schönen“ abhalten lassen, was das Netz hergibt. Das ursprüngliche System ist wirklich hilfreich und alles andere findet sich.

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