Über das Virus und dessen Einfluß auf unser aller bisheriges Jahr möchte ich hier gar nicht schreiben. Ich nehme an, wir haben alle unseren Knacks mitgenommen und agieren nun dementsprechend. Neben Corona hatte dieses Jahr noch andere sehr einschneidende Ereignisse für unsere Familie parat, die schwer verdaulich sind. Die Sehnsucht nach Weite, Abstand und Luftveränderung war bei mir groß. Es tat so weh, zu wissen, dass es in diesem Jahre keine einsamen Strandwanderungen mit tosenden Naturgewalten geben würde. Hatte ich mich doch so auf den Besuch des Leuchtturms Rubjerg Kude gefreut, der Ende letzten Jahres umgesetzt wurde.

Als die dänische Regierung dann am 15. Juni 2020 verkündete, dass Touristen, die mindestens sechs Tage bleiben würden, einreisen dürften, waren wir mutig.
Wann, wenn nicht jetzt?!
Und es war die richtige Entscheidung. Zwei Wochen Abstand vom Alltag bei Wind und Wetter.

Was mir natürlich sofort auffiel, nachdem wir mit Herzklopfen die Pass- und Unterlagenkontrolle an der Grenze passiert hatten, war die Gestaltung der dänischen Infoblätter, die überall im Land übereinstimmend an Gebäuden hängen: Es wird in mehreren Sprachen informiert, was zu tun ist, um das Virus von seiner Ausbreitung abzuhalten. Und da steht nichts von Alltagsmasken oder Mund-Nasen-Schutz. Und so war es dann auch. Sehr ungewöhnlich und irgendwie unheimlich anfangs und zum Ende hin völlig normal. Der berühmte Handalkohol steht in jedem Geschäft, jedem Cafe, jeder Imbissbude. Es wird überall darauf hingewiesen, dass sich Dänen wie Touristen kostenlos - lieber einmal zu viel als einmal zu wenig - testen lassen können, wenn sie symptomlos sind. Außerdem werden Richtlinien in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt, wie eigentlich immer: verständlich, übersichtlich, umfassend, ansprechend gestaltet.

Offenbar reichten diese Maßnahmen in diesem Sommer aus um den Dänen und ihren Besuchern einen annähernd "normalen" Sommer zu ermöglichen.

Weitere Berichte über meinen Aufenthalt in Nordjütland folgen bald :-).

Dicke Wolken am Horizon über dem Meer. Im Vordergrund zwei größere Steine in der Brandung

Hirtshals

Wer im Sommer an die Nordsee nach Nordjütland fährt, will Wetter.

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